Vier Elemente – printemps 2020

In der Antike waren die führenden Wissenschaftler der Ansicht, dass alle Materie im Universum aus den vier Grundelementen Erde, Luft, Feuer und Wasser besteht. Vier Elemente mit völlig unterschiedlichen Eigenschaften. In jedem Element steckt der Dualismus der Sicherheit und Lebensraum für Mensch und Natur und der Gefahr, welches jedes Element hervorbringen kann. Die vier Elemente ziehen sich programmatisch durch das Konzert: Es werden Werke aufgeführt, welche von den vier Elementen erzählen. Dadurch wird auch das Konzertprogramm in vier Blöcke unterteilt – jedem Element wird ein Block gewidmet.

Der Konzertteil zum Thema Wasser befasst sich mit fliessenden und bewegten Werken, welche elegante Wellenbewegungen und die Wichtigkeit unseres Lebenselixiers in der Musik darstellen. Neben dem Fluss und dem Meer bedeutet Wasser aber auch Regen und mit starkem Regen kommt der Sturm. Das Stück «Noche» von Lorenzo Donati beschreibt einen Sturm mit einem Schrei über dem Wasser.

Das Feuer schenkt uns Wärme und Licht, doch dessen Unberechenbarkeit ist zugleich eine grosse Gefahr. Von brennenden Hexenkesseln über die glühende Sonne werden die Zuhörer durch unvorhersehbare rhythmische und harmonische Wendungen geführt.

Die Werke zum Thema Erde bieten wieder Sicherheit und klare Struktur. Die Stabilität der Tonart und archaische Klänge repräsentieren unsere tiefe Verbundenheit zur Natur und Erde.

Luft – als einziges unsichtbares Element – zeigt sich als zweischneidiges Schwert. Wir brauchen Luft zum Atmen und zum Überleben, doch peitschende Winde entreissen Bäume und zerstören unsere Häuser. In der «Suite de Lorca» von Einojuhani Rautavaara kämpft sich der einsame Reiter durch die starken Winde mit dem Ziel Cordoba zu jener Taverne, in welcher der Tod ein und ausgeht.

Die ausgewählten Werke stammen aus allen Teilen der Welt: Von Amerika über Europa bis hin zu den Philippinen im fernen Südostasien. Das Thema der Elemente, das bis ins alte Griechenland zurückverfolgbar ist, kombiniert alte Texte und Gedichte mit neuer Musik. Ein spezieller Fokus soll auf jüngere Komponisten gelegt werden: Alle Werke wurden innerhalb der letzten 50 Jahre komponiert. Für die Konzertreihe «Vier Elemente» wird ausserdem Mauro Ursprung, künstlersicher Leiter von consonus vokalensemble, eine Auftragskomposition zu den Themen Feuer, Erde, Luft und Wasser schreiben. Die einzelnen Teile sind in die vier Konzertblöcke eingebettet und bilden eine zusätzliche Klammer um das Konzertprogramm.

Die Konzerttournee führt consonus vokalensemble – passend zu den Elementen – zu authentischen Konzertorten: Vier Elemente, vier Konzertorte. Jeder Konzertort widerspiegelt in einer Weise eines dieser Elemente und dessen Charakter. Das Ensemble konzertiert im zu einem Konzertraum umfunktionierten Hallenbad Neubad in Luzern (Wasser), im Bergwerk Gonzen bei Sargans (Erde), im ehemaligen Eisenwerk in Frauenfeld (Feuer) und im Fliegermuseum auf dem Flugplatz Dübendorf (Luft). Jedes Konzert wird so zu einem unvergesslichen Erlebnis nicht nur für die Sängerinnen und Sänger, sondern insbesondere auch für alle Konzertbesucherinnen und -besucher!